Untergrundvorbereitung

Altbeschichtungen

Bestehende Fassaden können mehrere Putz- und Beschichtungsschichten aufweisen, die im Laufe der Gebäudenutzung aufgebracht wurden. Ihre Materialeigenschaften, Haftung und ihr Erhaltungszustand beeinflussen die Möglichkeiten einer späteren Überarbeitung.

Nicht jede ältere Beschichtung muss vollständig entfernt werden. Entscheidend ist, ob die vorhandenen Schichten ausreichend tragfähig und mit den vorgesehenen Materialien verträglich sind. Lose, geschädigte oder ungeeignete Bestandteile können vorbereitende Maßnahmen erforderlich machen.

Alte Farbschichten

Vorhandene Fassadenanstriche können sich hinsichtlich Bindemittel, Festigkeit, Saugverhalten und Wasserdampfdurchlässigkeit unterscheiden.

Beschichtungsablösungen

Abblätternde oder sich lösende Beschichtungen können auf mangelnde Haftung, Feuchtigkeit oder Veränderungen innerhalb des Schichtaufbaus hinweisen.

Materialverträglichkeit

Alte und neue Putz- oder Beschichtungsstoffe müssen hinsichtlich ihrer Eigenschaften und des vorgesehenen Fassadenaufbaus zueinander passen.

Der Zustand vorhandener Beschichtungen kann auch Hinweise auf tieferliegende Schäden liefern. Informationen zu typischen Schadensbildern finden Sie unter
Fassadenschäden.

Haftprüfung und Tragfähigkeit

Die Tragfähigkeit des Untergrunds ist eine wesentliche Voraussetzung für die Überarbeitung bestehender Fassadenflächen. Neue Putz- und Beschichtungsschichten können ihre Funktion nur erfüllen, wenn der vorhandene Untergrund die erforderlichen Eigenschaften aufweist.

Zur Untersuchung werden unterschiedliche baustellenübliche Prüfverfahren eingesetzt. Dazu gehören unter anderem Sichtprüfungen, Kratzproben und geeignete Haftprüfungen. Der Umfang der Untersuchung richtet sich nach dem Untergrund und der vorgesehenen Ausführung.

Tragfähigkeit

Festigkeit, Oberflächenzustand und vorhandene Hohlstellen können Hinweise darauf geben, ob eine Fassadenfläche für weitere Beschichtungsschichten geeignet ist.

Haftfestigkeit

Die Haftung vorhandener Beschichtungen zum Untergrund kann durch geeignete Prüfmethoden beurteilt werden. Je nach Anwendung sind unterschiedliche Verfahren relevant.

Saugverhalten

Stark, schwach oder unterschiedlich saugende Untergründe können die Verarbeitung und das Abbindeverhalten nachfolgender Materialien beeinflussen.

Die Ergebnisse einer Untergrundprüfung können Auswirkungen auf die erforderlichen Instandsetzungsarbeiten haben. Weitere Informationen zur Wiederherstellung beschädigter Fassadenbereiche finden Sie unter
Fassadeninstandsetzung.

Oberflächenreinigung

Die Reinigung bestehender Fassadenflächen kann Bestandteil der Untergrundvorbereitung sein. Staub, lose Bestandteile, Schmutzablagerungen und biologische Beläge können die Haftung oder Verarbeitung nachfolgender Putz- und Beschichtungsschichten beeinträchtigen.

Das Reinigungsverfahren muss zur Beschaffenheit des Untergrunds passen. Eine zu starke mechanische oder wasserbedingte Beanspruchung kann empfindliche Oberflächen beschädigen. Auch die anschließende Trocknung und mögliche Rückstände sind zu berücksichtigen.

Staub und Schmutz

Staubige Oberflächen, Schmutzschichten und lose Rückstände können die Verbindung zwischen bestehendem Untergrund und neuen Beschichtungen beeinträchtigen.

Biologische Beläge

Algen, Moose und andere biologische Beläge können auf Fassadenoberflächen auftreten. Ihre Beseitigung ist von Untergrund und vorgesehenem weiteren Aufbau abhängig.

Reinigungsrückstände

Nach der Reinigung können Feuchtigkeit oder Rückstände verbleiben. Ihr Einfluss auf die nachfolgende Beschichtung muss berücksichtigt werden.

Die Oberflächenreinigung im Rahmen einer Fassadensanierung dient der Vorbereitung weiterer Arbeiten. Sie unterscheidet sich von einer eigenständigen Fassadenreinigung zur Pflege oder optischen Auffrischung.

Technische Anforderungen an die Untergrundvorbereitung

Die Untergrundvorbereitung richtet sich nach der Art des vorhandenen Fassadenaufbaus und dem vorgesehenen Instandsetzungssystem. Zu den maßgeblichen Eigenschaften gehören Tragfähigkeit, Feuchtigkeitszustand, Saugverhalten und Oberflächenbeschaffenheit.

Für baustellenübliche Prüfungen bei Putzarbeiten ist unter anderem die BFS-Fachregel Nr. 20.1 relevant. Sie behandelt die Prüfung von Untergründen im Neu- und Bestandsbau. Für die Überarbeitung von Putzen auf Dämmstoffen, etwa bei Wärmedämm-Verbundsystemen, sind besondere technische Vorgaben zu berücksichtigen.

Feuchtigkeitszustand

Durchfeuchtete Untergründe können die Haftung, Trocknung und Funktion nachfolgender Schichten beeinträchtigen. Vorhandene Feuchtigkeitsquellen sind für die Beurteilung relevant.

Untergrundbeschaffenheit

Festigkeit, Ebenheit, Saugverhalten und Materialeigenschaften beeinflussen die Voraussetzungen für neue Putz- und Beschichtungssysteme.

Witterungsbedingungen

Temperatur, Niederschlag und Luftfeuchtigkeit können die Vorbereitung sowie die anschließende Verarbeitung und Trocknung von Beschichtungen beeinflussen.

Bei Fensteranschlüssen, Sockelbereichen und Bewegungsfugen können zusätzliche konstruktive Anforderungen bestehen. Diese werden unter
Sanierungsdetails
behandelt.

Fassadensanierungen.de beschreibt technische Voraussetzungen der Untergrundvorbereitung und die damit verbundenen Prüf- und Arbeitsschritte. Die Inhalte stellen keine individuelle Bauplanung, technische Begutachtung oder Empfehlung bestimmter Verfahren, Materialien oder Fachbetriebe dar.

FAQ – Häufige Fragen

Warum ist die Untergrundvorbereitung bei einer Fassadensanierung wichtig?

Die Untergrundvorbereitung schafft die technischen Voraussetzungen für die weitere Überarbeitung einer Fassadenfläche. Tragfähigkeit, Haftung, Feuchtigkeit und Oberflächenzustand beeinflussen die Funktion neuer Putz- und Beschichtungsschichten.

Müssen alte Fassadenbeschichtungen vollständig entfernt werden?

Nicht in jedem Fall. Ob vorhandene Beschichtungen erhalten bleiben können, hängt von ihrem Zustand, ihrer Haftung, ihrer Materialverträglichkeit und der vorgesehenen weiteren Überarbeitung ab.

Welche Prüfungen können vor einer Fassadeninstandsetzung relevant sein?

Je nach Untergrund können Sichtprüfungen, Kratzproben, geeignete Haftprüfungen sowie Untersuchungen des Saug- und Feuchtigkeitsverhaltens relevant sein. Art und Umfang richten sich nach dem vorhandenen Fassadenaufbau und den vorgesehenen Arbeiten.

Weiterführende Informationen und Services rund um Fassadensanierungen

→ Zum Service-Hub Regionale Ansprechpartner für Fassadenarbeiten

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